Die Simme präsentiert sich als manchmal etwas kanalartiger, begradigter Bach mit schneller Strömung und sehr kaltem Wasser, der eher in Richtung Wuchtwasser als Technik geht. Es gibt allerdings auch Stellen, die etwas technischer sind. Wir sind sie bei niedrigem Wasserstand gefahren. Bei höheren Wasserständen werden einige Stellen sehr sportlich. Pegelstelle (Onlinepegel) ist Oberwil.
Doch von vorn: Wir sind die Simme von Boltigen (an einem Kieswerk)

bis Erlenbach gefahren. Die Strecke kann man grob in 3 Abschnitte einteilen: Der erste, einfachere, vielfach begradigte, zum Einfahren.


Nur kurz nach dem Einstieg (ca. 1 Kilometer) gibt es ein "Naturwehr", das man auch fahren kann, bzw. einfach rechts über eine Wiese umtragen kann. Es gibt im Unterwasser einige Steine, die man nicht treffen sollte. Bei höheren Wasserständen wird man wahrscheinlich weniger davon merken:

Der zweite, schwierigere Teil beginnt, wenn man die Holzbrücke von Heideweidli sieht. Direkt dahinter geht es einen kurzen Katarakt hinunter, der bei höheren Wasserständen sicher sehr beeindruckend ist.


Von oben sieht das Ganze so aus:

Danach geht es in einem Affenzahn durch den Wald, im Prinzip immer in der gleichen Schwierigkeit und direkt aufeinanderfolgend. Man kann alles vom Boot aus einsehen, muß aber schnell reagieren und es gibt wenige Kehrwässer. Die Paddelei wird etwas erschwert durch das schlechte Licht im Wald bzw. die großen Helligkeitsunterschiede zwischen Sonnenstellen und Schatten unter den Bäumen.
Nach einigen Kilometern kommt man nach Weißenburg.

Hier kann man auch einsteigen, wie beim Heideweidli auch und hat ab hier einfacheres Wildwasser mit offenem Charakter und landschaftlich hervorragend schön.



Wir sind die Tour ab Weißenburg mit Kids gepaddelt und die hatten keine Schwierigkeiten auf der Strecke. Dadurch, daß die Straße nicht allzu weit vom Bach entfernt ist, sind die Umsetz-Strecken schnell gefahren und man kann die Tour gut mehrmals fahren oder auch Teile davon mitnehmen. Ich fand den unteren Teil am schönsten, weil man auch Zeit hatte, sich die Gegend anzusehen und der Bach hier auch offener ist als auf dem mittleren Teil.
Fazit: Empfehlenswerter Bach vor allem landschaftlich sehr schön, auch für nicht so Geübte. Für diese bietet sich der untere Teil an, der bei unserem niedrigen Wasserstand maximal mit WW II+ aufwartet. Man kann toll Kehrwasserfahren üben und die eine oder andere Spielstelle mitnehmen. Für die Geübteren bietet sich vor allem der zweite Teil ab Heideweidli an, der je nach Wasserstand auch mit WW III+ bewertet werden kann.

Noch ein Wort zum Schluß: Als Übernachtungsmöglichkeit bietet sich die "Scheune" von Bauer Roschi an, www.schlaf-im-stroh.ch, Kosten pro Übernachtung mit Frühstück 27,- Schweizer Franken. Der Ausdruck "Scheune" stimmt zwar, weil dort Heu und Stroh gelagert werden und im Parterre die Kühe stehen, aber tatsächlich war die Unterkunft fast schon luxuriös: Auf frischem Stroh konnte man bereitgestellte Decken ausbreiten und richtig gemütlich liegen.

Und das Frühstück war eine Wucht: Wir bekamen selbstgemachte Produkte wie Marmeladen, Brot, Joghurt, Butter, Käse und natürlich frische Kuhmilch. Toll und nur zu empfehlen. Und wenn man Glück hat, wird auch noch ein Kalb geboren, so wie bei unserem Aufenthalt, unser Herbert.

Beschreibung: Martina
Fotos: Hannes und Martina
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