| Playspotbau mit einfachen Mitteln : Teil 4
Die Bibermethode: - Wenn Du eine Stelle an einem Flussabschnitt mit Bäumen in der Nähe oder flussaufwärts zur Verfügung hast, kannst Du einen festen Spot mit natürlichem Anschein konstruieren, der die bekannte Hochwasserfestigkeit verkeilter Stämme aufweist.

Als erstes platzierst Du einen herbeigeflößten Baumstamm (kaum entasten!) zwischen Uferböschung und Flussgrund jenseits der Mitte so, als wäre der Baum hineingestürzt und hätte sich mit der Spitze in den Grund gebohrt. Dazu gräbst Du mit einem Spaten o.ä. ein großes Loch in den Flussgrund, welches die Baumstammspitze so tief seitlich aufnimmt dass ein späteres aufschwimmen bei Hochwasser nicht möglich ist.

Danach gräbst Du ca. 2m flussauf eine Tasche für das andere (dicke) Stammende in die Böschung, so dass der Baum in Strömungsrichtung eingesetzt werden kann. Anschließend mißt Du den Abstand zwischen Loch- und Taschenende mit einer Schnur, sägst den Baumstamm gegebenenfalls zurecht und setzt erst die Spitze in das Loch und dann das breite Ende in die Tasche ein.

Der Baum sollte sich in einem Winkel von mindestens 30° zur Flussquere festsetzen und mit der Spitze satt über die Flussmitte hinausreichen. Nun platzierst Du von der anderen Seite einen zweiten Baumstamm, für den Du nur die Uferböschungstasche vorbereiten musst, da seine Spitze (ähnlich angewinkelt) vor und unter den ersten Stamm auf den Flussgrund trifft und so genügend Halt bekommt bzw. sich selbst einbohrt (das muss bei der Länge eingerechnet werden). Für den zweiten Bauabschnitt brauchst Du leider sagenhaft viele Pfosten, welche angespitzt in Pyramidenschräge vor den Baumstämmen in den Grund getrieben werden, sodass ihr oberes Ende zum Schluss am Stamm anliegt. Die Pfosten sägst Du danach passend schräg ab, damit sie in der Strömung gegen die untere Baumhälfte drücken, aber nicht durchrutschen.

Ab hier ergeben sich je nach Vorliebe und Gegebenheit verschiedene Möglichkeiten für den letzten Bauabschnitt: Du dichtest die Pfostenzwischenräume mit Grass, Wasserpflanzen oder Hochwassergekröse ab und deckst alles oberseitig mit einer Kies- oder Steinpackung zu.
Du kannst (weniger natürlich) eine dunkle Folie davor treiben lassen und diese mit Kies und Zweigen abtarnen. Da bemühst Du am besten Deine Phantasie unter den Bedingungen vor Ort. Sehr wichtig ist es, eine Entstehung von Siphonen oder Steck- und Klemmstellen durch Einbrüche unter den Stämmen, wegen des tödlichen Gefahrenpotentials vollkommen auszuschließen. Unter Umständen kann es notwendig sein, vom Unterwasser her den Hohlraum strömungsdicht auszufüllen.

Durch die Überschneidung der Stämme in der Flussmitte erhältst Du ein Wasserhindernis mit einer Welle dahinter. Um den Flussgrund vor der starken Strömung zu schützen solltest Du dort eine grobe Steinpackung anbringen. Der Clou ist nun die Option ein Sortiment kleiner Stämme aus gerader Fichte oder Bretter vor der V-Form der Überschneidung anzulegen, deren Sitz Du mit der Axt anpassen solltest.

Durch die Vergrößerung der Stauhöhe wird aus der Welle nach belieben eine haltende Walze und das eingesetzte Sortiment kann bequem auf Dauer unter dem Bauwerk verstaut werden. Ein Nachteil muss aber noch erwähnt werden:

Der Förster und andere Naturschützer werden intensiv nach dem Biber suchen und möglicherweise Deine Stelle zum Naturschutzgebiet erklären. Dann wird es Zeit, umzuziehen...
Bevor ihr jetzt gleich losgeht und mit dem Baumfällen und Steinerücken beginnt, informiert euch bitte vorher über die gesetzlichen Vorschriften der Gewässernutzung und haltet die Regeln ein. Wir stellen in unserer Serie über Playspotbau nur die Techniken des Walzen-und Wellenbaus anhand von einigen Beispielen aus der Praxis vor. Falls jemand auf die Idee kommen sollte, ähnliches zu machen, übernehmen wir keine Verantwortung oder Haftung für möglicherweise auftretende Schwierigkeiten mit Behörden oder Grundeigentümern. |