Deutsch / English
19.06.2013 21:32Uhr 
Soulboater-Livesuche Suchergebnisse
 
Newsletter abonnieren:
 
 zurück
berichte.navi
News Übersicht
Paddler
Jan-Peter...
Artikel
Bewertung: 0.0 / 6
 
zufalls.gallerie
::soulboater.berichte - Paddler

  Artikel   Kommentare (0)  

Jan-Peter Reichardt
geschrieben von Jan-Peter, erstellt am 02.01.2001

Jan-Peter


beim Luherodeo

Mitte der 70er fing alles ganz harmlos an: Auf einem Ausflugssee mit dem PVC-Badeboot, dem immer die Luft ausging. Es folgten ein poröses Schlauchkajak für 150 Mark, das ungefähr 2 Wochen die Luft hielt und dann platzte und schließlich ein Pouch RZ 85 Wanderzweier mit Besegelung von Karstadt für sagenhafte 698 Mark, sponsored by Opa für die beiden Enkel. Ja das waren noch Zeiten, als DDR-Boote wegen der Devisen zu Schleuderpreisen zu haben waren... Damals waren wir 11 und 14 Jahre alt und wollten unbedingt segeln, hatten aber kein Geld für einen Liegeplatz im Jachthafen. Das Faltboot war wirklich schnell, einmal versägten wir sogar eine Zugvogel-Jolle auf der Außenalster, aber segeln immer im Dreieck wurde bald langweilig, außerdem stritten wir uns immer, wer steuern durfte.

Und dann kam das große Aha-Erlebnis: Man mußte gar nicht immer auf dem Teich rumschippern, man konnte mit einem Faltboot auch auf Flüssen fahren, sogar ohne Segel nur mit Paddeln! Die Kleinflüsse der Lüneburger Heide und rund um Hamburg wurden entdeckt, Papas Wochenendbeschäftigung beschränkte sich jetzt auf An- und Abfahrten zu im Umkreis von 150 Kilometer fließenden Bächen, um die Söhne hinzubringen und wieder abzuholen und bald war das Faltboot durchgescheuert. Aber die Lösung lag bei Karstadt in der Wassersportabteilung: Zwei Hammer Canyon 430 S, grünmetallic, die ultimativen Kombiboote, wie uns der Verkäufer sagte. Für alles zu gebrauchen, von der Nordsee bis zum Wildwasser, und nur 598 Mark pro Stück. Die mußten her, Opa zahlte bereitwillig. Damit hörte die ewige PVC-Schweißerei erstmal auf, die Booten eigneten sich sogar zum Rodeln in den Alpen, wenn sie als Skikoffer für den Winterurlaub herhalten mußten.

Mit 17 Jahren war mir der Hammer dann doch zu lang, ich kaufte mir von meinem Taschengeld für 30 Mark einen Lettmann Alpin mit abgefahrener Spitze, überzog das Wrack mit 3 Lagen Polyester und Diolen und jetzt ging der Spaß am Boot richtig los. Erste Touren in den Alpen, Kontakt zum AKC, 50.000 Kilometer pro Jahr nur zum Wildwasserfahren mit meinem alten VW-Bus, Gründung des HKN, erster Hamburger Topofahrer, Hausverbot bei einem Hamburger Kanuverein ("Schlechtes Beispiel für die Jugend, wenn man mit dem Boot von der Kaimauer springt..."), verrückte Aktionen mit Booten auf Skipisten und fast trockenen Steilrutschen, Verbot der Teilnahme von "Topolinos und ähnlichen Kurzbooten..." bei Lehrgängen des DKV Hamburg auf der Oker, und immer härteres Wildwasser in den Alpen, Südfrankreich, Korsika, Tessin und Piemont.

Damals glückten auch die Befahrungen des Jabron am Verdon und zusammen mit Klemens Binninger die "Bergsturzschlucht" des Isorno ab Loco noch vor Gert Spilkers "Erstbefahrungen". Der Dämpfer kam dann Ende der 80er Jahre, als innerhalb kurzer Zeit zwei Freunde, "der Friese" und "Steckbert", beim Kajakfahren verklemmten und ums Leben kamen, andere Freunde sich bei hohen Wasserfällen die Rückenwirbel oder bei Steckunfällen mit Absicht beide Beine brachen, um überhaupt noch lebend aus dem Boot zu kommen. Ich selber hatte im Gattino einen schweren Stecker in der unteren Cannobinoklamm, bei dem es reines Glück war, daß ich wieder freikam. Die psychische Grenze des alpinen Bootfahrens war für mich erreicht, ich stieg auf Playboating um.

Zunächst mit dem Squirtboat tat sich eine völlig neue Kanuwelt auf, kein Extremrisiko und Streß mehr, dafür aber Bootsbeherschung pur. Die Entwicklung des modernen Bootfahrens ging parallel, es gab die ersten Rodeos, einmal gewann ich sogar in Lofer zufällig bei den Fortgeschrittenen. Heute paddele ich immer noch viel, aber 50.000 Kilometer im Jahr zum Bach muß ich mir nicht mehr geben, es reichen 20.000.

Meine Lieblingsbäche liegen im Bereich WW III-IV, aber genauso gerne spiele ich in der Meeresbrandung oder in Süßwasserwellen und -walzen. Wenn ich nicht auf Urlaubstour in Norwegen oder Österreich oder sonstwo bin, findet man mich mit ziemlicher Sicherheit an unserem Local-Playspot, der Luhewalze.

Dabei kommt es mir nicht nur auf das rein sportliche Bootfahren an, mindestens ebenso wichtig ist mir das Drumherum des Paddelns, am Ufer stehen und quatschen, verbale, visuelle und virtuelle Kommunikation, eben einfach

just to have fun

Jan-Peter

 

soulUser.bereich
Nickname:
Passwort:
Eingeloggt bleiben:
Passwort vergessen?
- Anzeige -
Klick mich!
lettmann.de